Trockene Augen nach allogener Stammzelltransplantation
  Das Trockene Auge
 

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Hier wird die Problematik des trockenen Auges leicht verständlich dargestellt
Der Artikel ist jedoch eher allgemein und nicht auf GvHD- Patienten zurechtgeschnitten. Hier ist es schon schlimm wenn man mehr als  5x pro Tag tropfen muss

 

 
DAS TROCKENE AUGE
 
Sie haben häufiger das Gefühl, Ihre Augen sind trocken, müde und/oder lichtempfindlich? Sie sind gerötet, jucken und brennen? Es fühlt sich an, als sei ein Sandkorn zwischen Augapfel und Lid? Oder Ihre Augenlider kleben förmlich bei jeder Bewegung auf Ihrem Auge? Wenn all diese Symptome nicht durch eine Allergie ausgelöst wurden, könnte eine Benetzungsstörung Ihrer Augenoberfläche vorliegen, das heißt: Sie haben ein Trockenes Auge.
 
Das Trockene Auge ist mittlerweile die häufigste Erkrankung in der Augenheilkunde. Was in der Sprache der Mediziner als Sicca-Syndrom (sicca = trocken) oder Keratoconjunctivitits sicca (KCS) oder auf Deutsch trockene Entzündung der Horn- und Bindehäute bezeichnet wird, betrifft heute etwa jeden fünften Patienten eines Augenarztes. Ursache ist die bereits erwähnte Benetzungsstörung der Augenoberfläche.
 
Eine Benetzungsstörung der Augenoberfläche liegt vor, wenn entweder die Tränendrüsen zu wenig Tränenflüssigkeit produzieren, wenn die Zusammensetzung des Tränenfilms fehlerhaft ist oder wenn die Verteilung der Tränenflüssigkeit gestört ist.
 
Das Trockene Auge ist eine chronische Erkrankung.
Das heißt, es muss grundsätzlich von einer Dauerbehandlung ausgegangen werden.
 
 
Um zu verstehen, wie es zu dieser chronischen Erkrankung kommt, zunächst ein kleiner Exkurs ins Land der Tränen:
 
 
TRÄNEN SIND LEBENSWICHTIG FÜR UNSERE AUGEN
 
Natürlich sind Tränen, verursacht durch Kummer oder Freude, nicht gemeint. Wir haben unterschiedliche Arten von Tränen: solche, die durch Gefühle oder durch Reizungen des Auges ausgelöst werden und andere, die mit dem Weinen gar nichts zu tun haben. Diese Tränen fließen fortwährend in wohldosierten kleinen Mengen. Sie bilden den Tränenfilm, der das Auge ständig benetzt und sich alle 5 bis 10 Sekunden mit jedem Lidschlag gleichmäßig über die Augapfel-oberfläche verteilt.
 
Gebildet wird die Tränenflüssigkeit in der großen Tränendrüse unterhalb des äußeren Augenbrauenbogens und in zahlreichen kleinen Drüsen der Bindehaut und des Lidrandes. Ihre Produktion wird geregelt durch Nerven-impulse und Gefühlsstimmungen.
 
 
(Bildquelle: www.meine-augen.de)
 
Der Tränenfilm. Ohne ihn wäre die Hornhaut zum klaren Sehen ungeeignet und sozusagen wie eine unpolierte Linse. Neben seiner optischen Funktion erfüllt er weitere wichtige Aufgaben: er bewahrt das Auge vor dem Austrocknen und versorgt die Hornhaut mit Sauerstoff, der entscheidend zu ihrer Ernährung beiträgt. Darüber hinaus schützt der Tränenfilm das Auge vor Infektionen, da er keimtötende Substanzen enthält und kleine Verunreinigungen fortspült.
 
Seine vielfältigen Funktionen kann er nur erfüllen, weil er in drei unterschiedlichen Schichten aufgebaut ist: einer fetthaltigen, einer wässrigen und einer schleimhaltigen Schicht. Ihre Substanzen sind ebenso wie ihre Aufgaben fein aufeinander abgestimmt.
 
 
Schematischer Aufbau des Tränenfilms (Bildquelle: www.meine-augen.de)
 
Die Schleimschicht befindet sich direkt auf der Augenoberfläche und gleicht feine Unebenheiten der Horn- und Bindehaut aus. Außerdem sorgt sie dafür, dass die Wasser abstoßende Hornhautoberfläche Wasser anziehend wird. Dadurch kann die wässrige Schicht besser auf der Hornhaut haften.
 
Die wässrige Schicht macht den größten Teil der Tränenflüssigkeit aus. Sie enthält Eiweiße, Enzyme und Antikörper, die der Abwehr von Schmutzpartikeln, Bakterien und Viren, die ins Auge gelangen, dienen.
 
Die Fettschicht verhindert ihrerseits, dass die Tränenflüssigkeit über die Lidkante abläuft oder verdunstet.
 
Jede Störung einer dieser drei Bereiche setzt die Stabilität des Tränenfilms herab. Das äußert sich zum Beispiel darin, dass er zwischen zwei Lidschlägen früher aufreißt. Zum Ausgleich müssen die Lidschläge schneller erfolgen. Das Trockenheitsgefühl im Auge löst einen solchen Reflex aus. Aber auch vermehrte Reiz-Tränenproduktion kann ein Symptom für das Trockene Auge sein: Die Zusammensetzung des Tränenfilms ist aus dem Gleichgewicht geraten.
 
 
 
(Bildquelle: www.meine-augen.de)
 
 
WODURCH ENTSTEHT EIN TROCKENES AUGE?
 
Oft gibt es mehrere Gründe, die sich nicht immer genau bestimmen lassen. Dennoch gibt es typische Ursachen, die entweder die Zusammensetzung, die Produktion oder die Verteilung des Tränenfilms beeinflussen:
 
·          nachlassende Tränenproduktion im Alter
 
·          rheumatische oder internistische Erkrankungen (Polyarthritis, Diabetes, Schilddrüsenkrankheiten, Sarkoidose – eine entzündliche Erkrankung der Lymphknoten)
 
·          Erkrankungen, bei denen Antikörper gegen körpereigene Stoffe gebildet werden (Morbus Sjögren, Lupus erythematodes, Sklerodermie)
 
·          Fehlstellung der Lider (dadurch unzureichende Verteilung der Tränenflüssigkeit)
 
·          Hautkrankheiten
 
·          Hormonumstellungen (Wechseljahre), Nervenlähmungen (z.B. nach einem Schlaganfall)
 
·          Einnahme von bestimmten Medikamenten (Beta-Blocker, Anti-Baby-Pille, Antidepressiva, Schmerzmittel, Antihistaminika, Schlaf- und Beruhigungsmittel sowie Arzneimittel zur Behandlung von Migräne, Bluthochdruck, Hauterkrankungen, Wechseljahresbeschwerden, Morbus Parkinson und Krebserkrankungen)
·          falsche Ernährung (Mangelernährung)
 
·          hochgradiger Vitamin A Mangel (häufig im Zusammenhang mit Alkoholmissbrauch oder Fehlernährung)
 
·          klimatische Einflüsse (heiß-trockene Umgebungsluft, klimatisierte und trockene Räume, überhitzte Räume, schlechte Belüftung, Klimaanlagen und Autogebläse)
 
·          Umweltbelastungen (Ozon – auch aus Druckern und Kopiergeräten, Staub, Lösungsmitteldämpfe, Schwermetallbelastungen etc.), Parfüm und Raumdüfte, Tabak- und Zigarettenrauch
 
·          Bildschirmarbeiten (Office Eye Sndrom)
 
·          unzureichende und/oder falsche Beleuchtung
 
·          chronischer Gebrauch von gefäßzusammenziehenden Augentropfen (Weißmacher)
 
·          Augenoperationen und Augen-Laserbehandlungen zur Korrektur einer Fehlsichtigkeit
 
WELCHE FOLGEN KANN DAS TROCKENE AUGE HABEN?
 
Nehmen Sie erste Beschwerden als Warnsignale ernst. Gehen Sie zum Augenarzt!
Ein Trockenes Auge bringt nicht nur unangenehme Reizungen mit sich, sondern kann auch zu stärkeren Augenerkrankungen führen.
 
 
Eine Tränenfilmstörung hat zur Folge, dass die Horn- und Bindehaut des Auges nicht ausreichend mit Feuchtigkeit versorgt wird und austrocknet. Die Lider reiben wie Schmirgelpapier über die empfindlichen Gewebeschichten der Augenoberfläche. Es entstehen Schäden auf Horn- und Bindehaut. Unter anderem auch, weil es beim Trockenen Auge zu einem Anstieg des Salzgehaltes der Tränenflüssigkeit kommt.
 
Das Fremdkörper- und Trockenheitsgefühl kann sich bis hin zu Brennen und Schmerzen steigern. Die Augen sind fast ständig gerötet. Nach dem Schlafen fällt das Öffnen der Lider schwer. Chronische Lidrandentzündungen können das Krankheitsbild verstärken. Das Auge wird zunehmend gerötet und/oder eine chronische Hornhautentzündung und Bindehautentzündung entsteht. In sehr schweren Fällen kann die Hornhaut ihre Transparenz verlieren und trüb werden, so dass der Sehvorgang beeinträchtigt wird. Wenn das Trockene Auge nicht behandelt wird, kann die Erkrankung im schlimmsten Fall zur Erblindung führen.
 
Liegt die Ursache der Benetzungsstörung in der unzureichenden Verteilerfunktion der Lider oder lassen sie sich überhaupt nicht schließen, besteht höchste Gefahr. Das Auge muss vor dem Austrocknen entweder durch eine Operation der Lider oder durch Brillen mit einem Seitenschutz geschützt werden. In einzelnen Fällen lassen sich therapeutische Kontaktlinsen vorteilhaft einsetzen.
 
 
 
 
WIE LÄSST SICH DAS TROCKENE AUGE DIAGNOSTIZIEREN?
 
·          Ihrem Augenarzt stehen verschiedene Untersuchungsmöglichkeiten zur Verfügung, um festzustellen, ob Sie an einem Trockenen Auge leiden. Zum Beispiel:
 
·          Mit Hilfe der Spaltlampe sind Rötungen der Bindehaut und Trübungen der Hornhaut erkennbar.
 
·          Um kleinere Schädigungen der Hornhaut sichtbar zu machen, wird ein Farbstoff ins Auge geträufelt, der aus einer schwachen Fluorescein-Lösung besteht und kleinere Defekte und abgestorbene Zellen grün färbt.
 
·          Auch zur Stabilitäts-Bestimmung des Tränenfilms wird ein Farbstoff ins Auge geträufelt, der durch mehrmaligen Lidschlag im Auge verteilt wird. Bei geöffnetem Auge bestimmt Ihr Augenarzt dann die Zeit bis zum Aufreißen des eingefärbten Tränenfilms. Diese Methode wird auch BUT-Bestimmung (Break Up Time) genannt – oder Bestimmung der Tränenfilmaufreißzeit. Normalerweise beträgt die Aufreißzeit circa 20 bis 30 Sekunden.
 
·          Mit dem so genannten Schimer-Test wird die Tränenflüssigkeitsmenge gemessen. Dazu wird ein kleiner Filterpapierstreifen in den Bindehautsack gehängt. Werden innerhalb von 5 Minuten weniger als 5 Millimeter des Teststreifens befeuchtet, bestätigt sich die Diagnose Trockenes Auge.
 
BEHANDLUNGSMÖGLICHKEITEN
 
Ziel einer jeden Therapie ist sowohl die Besserung der Symptome als auch eine Ursachenbeseitigung, so dass eine normale Tränensekretion ermöglicht und die natürliche Schutzfunktion des Tränenfilms wieder hergestellt wird.
 
Leider gibt es bis heute keine Möglichkeit, das Trockene Auge ursächlich zu therapieren. Insbesondere wenn Krankheiten (z.B. Rheuma, Diabetes oder Schilddrüsenerkrankungen) und die dann dauerhaft einzunehmenden Medikamente die Ursache für ein Trockenes Auge sind, können nur die Symptome behandelt werden. Mit den geeigneten Mitteln lassen sich die Beschwerden aber deutlich lindern. Dabei handelt es sich in der Regel um Tränenersatzmittel, die das Austrocknen von Horn- und Bindehaut verhindern.
 
Nach Abklärung der Ursachen durch den Augenarzt reicht zur Therapie
meistens der Ersatz der Tränenflüssigkeit durch Tropfen (künstliche Tränen) aus.
 
 
Bei Vitamin-A-Mangel kann ebenfalls eine Substitution sinnvoll sein. In manchen Fällen, wenn die Symptomatik nicht anders in den Griff zu bekommen ist, kann die Verödung oder der Verschluss der Tränenpünktchen mit Silikonstöpseln Linderung bringen. Dadurch wird der Abfluss der Tränenflüssigkeit behindert.
 
 
Künstliche Tränen können helfen
 
Es gibt eine ganze Reihe verschiedener Tränenersatzmittel. Im Wesentlichen bestehen sie aus Wasser und einem Verdickungsmittel, das dafür sorgt, dass die „künstlichen Tränen“ länger auf der Augenoberfläche haften und nicht so schnell über den Tränen-Nasen-Kanal ausgeschwemmt werden. Einige dieser Präparate enthalten Konservierungsmittel und andere Stoffe, die z.B. den Salzgehalt und den pH-Wert an die natürliche Tränenflüssigkeit anpassen.
 
Die Wahl des richtigen Tränenersatzmittels hängt unter anderem von der Schwere der Erkrankung ab:
 
·          Für Patienten, die ständig starke Beschwerden haben, sind dickflüssige Präparate (Gele) besser geeignet, weil sie nicht so häufig getropft werden müssen. Sie haben aber den Nachteil, dass für einige Minuten die Sicht beeinträchtigt werden kann.
 
·          Dünnflüssige, wässrige Augentropfen eignen sich eher für gelegentlich auftretende, leichte bis mittlere Beschwerden (z.B. bei der Computerarbeit).
 
·          Unkonservierte Präparate sollten Sie anwenden, wenn Sie mehr als fünfmal täglich tropfen müssen.
 
Ihr Augenarzt oder Ihre Markt-Apotheke werden Ihnen behilflich sein, das für Sie geeignete Präparat auszuwählen. Verzweifeln Sie nicht, wenn die Symptome nicht gleich nachlassen. Es ist normal, dass Patienten mit Trockenen Augen oft verschiedene Produkte ausprobieren, bis sie das Richtige gefunden haben.
 
Tränenersatzmittel haben – bis auf sehr selten vorkommende Allergien gegen Konservierungsmittel – keine Nebenwirkungen. Insbesondere die unkonservierten Formen sind eigens für die Dauertherapie entwickelt worden.
Deshalb tritt auch kein Gewöhnungseffekt ein, der die natürliche Tränenproduktion vermindern könnte. Durch konsequente Anwendung der Tränenersatzmittel kann man die Erkrankung sogar entscheidend beeinflussen und bleibende Schäden vermeiden.
 
TIPPS ZUR SELBSTHILFE
 
·          mehrmals täglich gründlich lüften, zusätzlich Luftbefeuchter aufstellen
 
·          halten Sie sich so oft es geht an der frischen Luft auf
 
·          richten Sie das Gebläse im Auto oder im Flugzeug nicht direkt auf Ihr Gesicht
 
·          grundsätzlich Zugluft und Luftstrom aus Klimaanlagen meiden
 
·          tragen Sie bei bestimmten Sportarten eine Schutzbrille (z.B. Schwimmen, Radfahren, Squash, Skifahren etc.)
 
·          Bei der Bildschirmarbeit hilft häufiges Blinzeln, legen Sie regelmäßig eine kurze Pause ein
 
·          nehmen sie täglich mindestens 2 Liter – nicht-alkoholische – Flüssigkeit zu sich
 
·          Kontaktlinsenträger sollten für genügend Nachbenetzung sorgen
 
·          ernähren Sie sich vitaminreich und schlafen Sie ausreichend (6 bis 8 Stunden in der Nacht)
 
·          verzichten Sie auf Alkohol und Zigaretten
 
·          lassen Sie Ihre Augen regelmäßig von einem Augenarzt untersuchen
 
 
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