Trockene Augen nach allogener Stammzelltransplantation
  Muzinschicht
 

Achtung! Für alle Patienten, die an trockenen Augen leiden!
Zwei neue Augentropfen aus Japan zum Anregen der Muzinproduktion sind jetzt endlich auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz erhältlich.
In Japan ist Diquas seit 2010 und Mucosta seit 2012 auf dem Markt. Die Entwicklung für beide Präparate begann bereits in den Jahren 1997-98.

Seit dieser Zeit sind mehr als 30 klinische Studien und Artikel von den führenden japanischen Augenkliniken zu diesen beiden Augentropfen erschienen. Bisher standen zur Behandlung des Trockenen-Auges eigentlich nur Tränenersatzmittel und anti-entzündliche Präparate wie Kortison und Ciclosporin zur Verfügung. Mit Mucosta u. Diquas sind nun zum ersten Mal zwei AT verfügbar, die die Muzin-Versorgung in- und auf der Augenoberfläche erheblich verbessern können.
Fast alle Sicca-Patienten sollten diese beiden AT einmal ausprobieren!!
Nur der individuelle Test wird zeigen, ob die AT dem einzelnen Patienten eine Verbesserung bringen. Auch nur der Patient kann danach eine Kosten-Nutzen-Analyse für sich selbst treffen und dann entscheiden, ob die Positiven therapeutischen Effekte die Kosten von 70-90 Euro im Monat rechtfertigen.

Mucosta – Rebamipide AT 2% Suspension von Otsuka – Japan



112x0,35ml Mucosta – Rebamipide AT 2% - Endpreis ca. 130 Euro.
Von Online-Pharmacy aus Japan-Singapore ca. 70 Euro ohne MwSt.
Es sind auch Mucosta-Packungen mit 56x0,35ml und 28x0,35ml erhältlich.

Literatur-Referenzen zu Mucosta-Rebamipide:

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24940041 Volltext
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24977983 Sjogren
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24866156
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24457813
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24204116
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24246575

Bericht einer Patientin:

http://kmt-trockene-augen.de.tl/Bericht-Mucosta.htm

Diquas – Diquafosol AT 3% von Santen – Japan



10x5ml Diquas AT 3% ca. Endpreis 230 Euro. Von Online-Pharmacy aus
Japan-Singapore ca. 160 Euro ohne MwSt.
Erhältlich auch Diquas 5x5ml Fl. Packung.


Literatur-Referenzen zu Diquas-Diquafosol:

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25055152
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24863298
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24858017
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24528935
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24797483
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24511227 Volltext
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23740285
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23635860

Wozu werden Muzine benötigt:




Muzine spielen eine wesentliche Rolle zur Gesunderhaltung der Augenoberfläche, also der gesamten Bindehaut u. der Hornhaut.

·         Muzine wirken anti-entzündlich und stabilisieren den Tränenfilm.

·         Muzine schützen die Augenoberfläche vor mechanischen Einwirkungen und Friktionen.


Entzündungen und Trockenheit in der Augenoberfläche-Bindehaut-Hornhaut können zum fast völligen Verlust der Muzin-Produktion führen.

Es gibt Membran-Muzine, die von der Binde- u. Hornhaut produziert werden - Muc1, Muc4, Muc16, Muc19 u. Muc20.
Ferner das von den Becherzellen sekretierte Muc5AC, das den Hauptanteil der Muzine in der Augenoberfläche stellt.
Becherzellen sind hauptsächlich in der oberen Bindehaut in Clustern zu finden.

Die wässrigen-Tränen treten nahe der oberen Bindehautfalte auf die Augenoberfläche aus. Von dort fließen sie über die Muzinschicht und verbinden sich mit dieser zu einer Wasser-Muzin-Gel-Schicht.
Ferner werden an den Lid-Innenkanten noch Becherzellen-Clustern die Muzin-Gel-Gleitkissen gebildet.




Wie wirken die Tropfen:

Rebamipide als auch Diquafosol-P2Y2 sind Rezeptor-Stimulierende Agonisten in Schleimhäuten – Mukus-Membranen – engl. Mucous membranes. Rebamipide ist seit 1990 in der Anwendung, um z.B. Magenschleimhautentzündungen-Gastritis zu behandeln.
Rebamipide als auch Diquafosol stimulieren die Rezeptoren in Binde- u. Hornhaut zur Produktion von Muzinen.

Die in den Studien angeführten therapeutischen Effekte:
In der Regel zeigen sich die positiven therapeutischen Effekte von Mucosta-Diquas erst nach 4-6 Wochen der Anwendung.
Obwohl dann mehr Muzine-Feuchtigkeit auf der Augenoberfläche existieren, ändert sich an den Schirmer-Werten (wässrige-Tränen) zunächst nichts.
Jedoch verbessern sich fast alle für die Beurteilung der Oberflächensituation relevanten Werte.
Bei vielen Patienten steigen sogar die Tränenfilmabrisszeiten – TFBUTs an!
Nach Monaten der Anwendung verbessern sich dann auch oft die Schirmer-Werte.
Wenn die Nerven des Tränen-Reflexbogens in der Hornhaut nicht mehr so entzündet sind, können diese die Tränendrüsen wieder besser steuern.
Es verbessert sich auch die Hornhaut-Sensitivität und somit sinkt die Stimulationsschwelle des Tränen-Reflexbogens und die wässrige Tränenproduktion steigt dann auch wieder bei normaler Stimulation an. Bei Sjoegren- und GvHD-Patienten sind oft die Tränendrüsen selbst schwer geschädigt. Dennoch soll auch bei dieser Patientengruppe die gesteigerte Muzinproduktion einen sehr positiven Effekt auf die gesamte Augen-Oberflächensituation haben.

Muzine helfen auch bei – Lid wiper epitheliopathy.
An den Innenseiten der Lidkanten sitzen Becherzellen-Cluster, die hauptsächlich MUC5AC sekretieren, An diesen Stellen entstehen winzige Muzin-Gel-Gleitkissen. Diese Gleitkissen ermöglichen fast widerstandslose Bewegungen der Lider auf der Augenoberfläche und dem Tränenfilm.
Ferner wird durch Muzine die Entstehung von Epithel-Defekten und Hornhaut-Erosio vermindert und die Heilung beschleunigt.
Den diversen Studien zu Folge, scheint Mucosta insgesamt therapeutisch effizienter als Diquas.
Empfohlene Dosis für Mucosta – 4x täglich, für Diquas 6x täglich ein Tropfen.
Bei sehr trockenen Augen wie Sjoegren, GvHD, SJS-TEN usw. ist die Augenoberfläche bereits leicht keratinisiert. Das hat zur Folge, dass  Flüssigkeiten-Wirkstoffe bedingt durch die schlechte Haftung auf der Augenoberfläche nicht mehr gut aufgenommen werden. D.h. geringe Verweildauer – Residence time –und somit erheblich reduzierte Wirksamkeit.
Daher sollte vor der Applikation von Mucosta-Diquas ein kleiner Tropfen Hyaluron-Tropfen, z.B. Hylo-Comod, Hylo-Gel etc. oder ein Gel auf die A.o. getropft werden. Nach einigen Lidschlägen dann Mucosta – bzw. Diquas eintropfen.
Vor dem Schlafen ein wenig Salbe, wie Bepanthen, Parin-Pos, Vita-Pos auf die A.o. geben und kurz zwinkern, dann erst Mucosta bzw. Diquas eintropfen.

Tränenfilmstörungen gehen fast immer einher mit einer oft nicht sichtbaren Bindehautentzündung (Konjunktivits-Sicca bzw. Keratokonjunktivits-Sicca).

Die meisten Kortison-AT sind für Sicca-Patienten NICHT geeignet, da deren Anwendung noch mehr Probleme herbeiführen kann. Zu empfehlen ist daher bei „trockenen Augen“ nur Kortison-Salbe und Kortison-Gel.

Die neuen Kortison-AT von Ursapharm (Dexapos-Comod 1%) haben offensichtlich weniger Nebenwirkungen. Daher also Mucosta-Diquas in Kombination mit einem Tropfen Dexapos-Comod anwenden.

Viele Sicca-Patienten in Japan verwenden Mucosta u. Diquas gleichzeitig. D.h. 4 x einen Tropfen Mucosta u. 6 x einen Tropfen Diquas täglich.
Ob die parallele Anwendung eine bessere Wirkung bringt, kann z.Z. noch nicht gesagt werden. Zumindest schadet es offensichtlich nichts!

Nebenwirkungen:
Insbesondere Mucosta ist eine milchig-weisse Flüssigkeit. Nach der Applikation kommt es daher für einige Minuten zu einer leichten Verminderung der Sehschärfe.
Beide AT sind auch ungeeignet für permanente Kontaktlinsenträger!
Weitere seltene Nebenwirkungen sind Lidschwellungen, leichtes Brennen und Juckreiz etc.
Wenn auch unerwünschte Nebenwirkungen bei den beiden AT nur sehr selten auftreten, sollten Patienten doch auf mögliche allergische und andere Begleiterscheinungen achten!

Bezugsquellen für Mucosta u. Diquas – Augentropfen:
Streitburg-Apotheke – Bad Camberg
http://www.streitburg-apotheke.de

http://www.internationale-apotheke.at

Also ein Rezept an eine dieser Apotheken senden und dann 5-6 Wochen auf die Lieferung warten. Die Apotheken dürfen aus gesetzlichen Gründen die AT erst nach Eingang des Rezepts in Japan bestellen. Daher ist keine Vorrats-Lagerhaltung möglich! Der Versand der Medikamente erfolgt auch an Patienten, die im benachbarten Ausland wohnen: Schweiz, Niederlande, Dänemark usw.

Da die beiden AT in Deutschland keine offizielle Zulassung haben, kann auch keine Erstattung durch die GKV oder PKV erfolgen. Die AT müssen also auf einem Privatrezept verordnet werden. Bei GvHD und Sjögren kann man natürlich eine Kostenübernahme durch die KK versuchen!
Auch Restasis hat ja keine Zulassung, wird aber häufig doch von den KK zumindest 2-3 mal  bezahlt.

 
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